Morje es, wat do drus mähs!

Motto-Visualisierung mit freundlicher Genehmigung.
Moin, Grüß Gott und Tach Zusammen!
Rappzapp sind wieder zwölf Monate durch die Tür und ich begrüße Sie herzlich zu meiner jährlichen Heimatseitenaktualisierung! Schöne Tradition. Einmal im Jahr wird das Zeitfenster geöffnet, digital durchgewischt und der alte Mumpitz durch neuen ersetzt. Hui, was ein Spaß!
Klar, macht immer wieder viel Arbeit, erfreut aber nachweislich wiederkehrend kariert Interessierte in einem Maß, das mich die aufwendige Tippserei stets schnell vergessen lässt. Klingt das wie Jammer? Schon irgendwie, oder? Soll es aber nicht. Ich bin ja schließlich erst Anfang 50. Anfang Mitte. Da macht sich das alles doch noch quasi von alleine!
Und sollte im Alter der Text einmal wirklich nicht mehr so flugs aus den Fingern gleiten, dann gründe ich auf kölsche Art einfach einen Verein zur Heimatseitenpflege. Und dann kann der sich ja drum kümmern. Ehrenamtlich. Aber soweit bin ich ja nun wirklich noch lange nicht! Noch. Hü oder Hott:
Heute mache ich das jedenfalls noch selbst. Und zwar so:
Liebe Fastelabendsmenschen, nicht nur Weihnachten, auch die neue Session steht vor der Tür! Eine Session ganz ohne Jubiläum meinerseits. Nach „20 Jahre Kölner Karneval“ in 2026 freue ich mich zwar schon auf „22 Jahre Kölner Karneval“ in 2028 und – Wahnsinn! – „40 Jahre Büttenredner“ in 2029… aber bis dahin fließt noch viel Wasser den Rhein hinab. Sprichwörtlich jedenfalls…
Somit wird die Session 2027 für mich eine närrische Zeit der Vorfreude, in der ich natürlich auch ohne feierwürdiges Zahlenspiel alles zu geben vorhabe. Was genau dieses Alles allerdings sein wird… das, öhm… nunja… das steht derzeit noch nicht ganz fest. Bin ja schließlich momentan noch mit der Heimatseitenaktualisierung beschäftigt. Da muss der Fastelabend noch bis morgen warten. Die einen nennen es Zeitmanagement, der Psychologe nennt es Prokrastination. Ich nenne es morgen. Und morgen ist, was ich draus mache. Ja, schon. Ich schäme mich ein wenig für diese Überleitung. Aber - wie man gerne im Gewerbe sagt - „Lieber 5 Minuten Schämen als zwei Wochen Proben“. Und: „Wer nicht überzeugen kann, der muss verwirren“.
Das Motto der anstehenden Session lautet: „Morje es, wat do drus mähs!“
Und so begründet das stiftende Gremium seine Entscheidung:
„(…) Damit rückt das Festkomitee das Thema Zukunft in all seinen Facetten in den Blickpunkt der Kölner Jecken. Zugleich ist es eine Aufforderung, nicht nur zu meckern und zu klagen, sondern selbst mit anzupacken. „Wir alle verzweifeln manchmal an den ganz großen Themen unserer Zeit: ob kriegerische Auseinandersetzungen, weltweite Krisen, steigende Inflation oder Rentenlücke”, so Christoph Kuckelkorn, scheidender Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. „Dabei verliert man oft aus dem Blick, dass man selbst etwas tun kann. Vom wertschätzenden Umgang miteinander über Hilfsbereitschaft im Alltag bis zum Energiesparen und nachhaltigem Handeln ganz allgemein: Jeder von uns entscheidet mit, welchen Kurs wir steuern und wie das Morgen aussehen wird. Also: Arsch huh und anpacken!”
Der Aufruf, selbst aktiv zu werden, ist dabei auch ein klares Statement all jenen gegenüber, die es sich in ihrer Social-Media-Blase auf dem Sofa bequem gemacht haben und täglich mit platten Kommentaren zur Spaltung der Gesellschaft beitragen. „Nur, wer sich mit anderen austauscht und gemeinsam nach Lösungen sucht, wird am Ende erfolgreich sein – das nennt man Demokratie”, so Kuckelkorn weiter. „Gerade in einer Zeit der weltweit stärker werdenden Autokraten ist es wichtig, zu spüren, dass man selbst etwas bewegen kann. Wir sind nicht ohnmächtig – weder in unserer kleinen Welt des Karnevals, noch in der Stadtgesellschaft, noch in der Gesellschaft insgesamt.”
Das Sessionsmotto soll jeden einzelnen ansprechen. Deshalb hoffen die Verantwortlichen, dass es sehr vielfältig und bunt Niederschlag in den Aktivitäten der Jecken finden wird. Während der eine mit einer Veedelsgruppe vielleicht eine nachhaltige Wiederverwendung von Kostümen initiiert, kümmert sich der andere mit karnevalsinteressierten Schülern und Lehrern möglicherweise um eine Kölsch-AG, die mit dafür sorgt, dass Sprache und Liedgut in Köln auch für künftige Generationen erhalten bleiben. Auch das Festkomitee selbst hinterfragt sich und seine Rolle: Das breit angelegte und wissenschaftlich begleitete Zukunftsprojekt „Alaaf 2040” soll Schwerpunkte der karnevalistischen Arbeit von morgen definieren.
„Das Motto ist kein naives ‚Alles wird gut‘. Im Gegenteil: Wenn nicht jeder mit anpackt, wird die Zukunft ganz sicher nicht rosarot”, so Kuckelkorn weiter. Wir sind jetzt schon darauf gespannt, welche kleineren und größeren Zukunftsprojekte die kölschen Jecken in den nächsten Monaten anstoßen werden – im Karneval oder in anderen Bereichen des Lebens.”
So. Damit wäre ja nun auch alles gesagt. Ich danke Herrn Kuckelkorn für diese wie gewohnt auf den Punkt gebrachte Motto-Rede und wünsche Christoph alles Gute im präsidial-karnevalistischen Unruhestand. Und seinem Nachfolger, Lutz Schade, mag ich an dieser Stelle freudig zurufen:
„Lutz, Morje es, wat do drus mähs!“
Ich freu‘ mich drauf!
Mit den besten Wünschen für eine fröhliche Session 2026/2027
Herzlichst,
Ihr Marc MetzgerÜbrigens: Orthographie und Grammatik sind auf meiner Heimatseite… was ich draus mache! Daher bitte ich höflichst von wohlwollenden Hinweisen auf vermeintliche Fehler abzusehen. Kreative Abweichnungen von der Norm sind von mir gewollt. Ungewollte Abweichungen sind genau genommen Fehler. Aber: Das ist mir völlig egal!























