Blötschkopp Marc Metzger

Bitte um Verständnis,

aber meine Motivation war im Keller...

Ja. Ich habe gerade Zeit. Sehr viel Zeit sogar. So viel Zeit, dass ich mehr davon damit verbringe mir zu überlegen was ich mit ihr anfangen könnte, als tatsächlich etwas mit ihr anzufangen. Und dann ist auch meist schon wieder 20.15 Uhr und ich stelle fest, dass die von der Fernsehunterhaltung scheinbar auch gerade sehr viel Zeit haben. Aber die dürfen wenigstens Senden.

Ich hingegen muss meine staatlich unsubventionierte Freizeit damit verbringen, einen atmungsintensiven Beruf nicht auszuüben. Da geht die Motivation schon mal im Keller gucken wie das Wetter ist, findet es schön und bleibt. Und mein Selbst hockt antriebslos im Parterre und denkt über sein Leben nach. Wollte ich als Kind jemals einen atmungsintensiven Beruf ergreifen? Kann mich nicht erinnern. Atmungsintensiver Beruf. Das klingt schon so anstrengend überflüssig.

Und es fühlt sich ein bischen an wie Funktionswäsche. Atmungsintensiv. Im Laden weit hinten, am Körper unsichtbar, und doch irgendwie wichtig für’s Wohlbefinden. Hm. Haben Sie sich schonmal gefragt, wie sich Ihre Funktionswäsche fühlt? Verzeihen Sie die Frage. Weiß auch nicht wie ich auf einen solchen Unfug komme. Ich habe scheinbar zu viel Zeit...

...die ich natüüürlich auch kreativ nutzen könnte. Klar, sicher. Neue Platte, Buch, Tourvorbereitung, Bildermalen mit Matsch, allergikerfreundliche Mund/Nase-Masken aus Katzenhaar spinnen... ginge ja alles. Zeitlich.

Aber wofür????? Seit über dreißig Jahren ist es meine Berufung mehr oder weniger atmungsintensiv ein Publikum zu unterhalten. Mein Publikum. Sie und Euch. Vor Ort. Und das geht einfach nicht durch ein Kabel! Das muss in echt, nur mit ein bischen Luft dazwischen. Sonst fühlt sich das falsch an... womit wir nun thematisch fast wieder bei Funktionswäsche wären... verrückt. Habe vorher nie noch über, naja, sie wissen schon, nachgedacht. Weder jemals welche besessen. Könnte daher auch nicht behaupten, dass sie mir fehlt.

Aber Sie fehlen mir! Echt jetzt, ohne Spaß!

Drum bleiben Sie bitte gesund.
Und vermehrt zuhause.

Und dann sehen wir uns wieder!
Wie, wann und wo auch immer.

Ich kann Ihnen nicht sagen, wie ich mich auf diesen Moment freue!

Ihr Marc Metzger


Staatlich verhinderter Bühnenatmer

P.S.: Es ist jetzt knapp eine Minute später und alles ist irgendwieder neu. Habe aber keine Lust den gerade verfassten Schrieb umzufrickeln... daher folgender Nachtrag: Ein Telefonat ergab soeben: Meine Tage haben wieder einen Morgen und einen Abend! Es ist Struktur in Sicht. Hole jetzt meine Motivation aus dem Keller, ziehe mir ein kreativsportliches Funktionsleibchen an und spitze meine Feder... Alles wird gut! Ich sag’ Ihnen Bescheid! Öhm... wann auch immer...

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